Kein Beschwerderecht gegen die Anordnung der Ergänzungspflegschaft beim Wechselmodell

In der Anordnung der Ergänzungspflegschaft liegt grundsätzlich ein Eingriff in das Sorgerecht der Eltern. Beide Eltern sind daher im Rahmen einer Anordnung einer Ergänzungspflegschaft grundsätzlich beschwerdeberechtigt.

Dies gilt nach Auffassung des OLG Hamm, veröffentlicht in NJOZ 2018, 283,  dann nicht, wenn die Eltern ein sogenanntes paritätisches Wechselmodell praktizieren.

Nach Auffassung des OLG Hamm fehlt es in diesem Fall verfahrensrechtlich an einer ,,Obhut“, also des beständigen Aufenthaltes des Kindes im Sinne des § 1629 Abs. 2 Satz 2 BGB bei einem Elternteil, sodass keiner der Elternteile Kindesunterhaltsansprüche gegen den anderen geltend machen kann. In diesem Fall stellt eine Anordnung einer Ergänzungspflegschaft zur Durchsetzung von Kindesunterhalt keinen Eingriff in die Rechtsposition der Eltern dar.