Gewaltverherrlichende Spiele auf einer  Spielekonsole als Gefährdung des Kindeswohls

Das Amtsgericht Bad Hersfeld hat mit Beschluss vom 27.10.2017 zum Aktenzeichen 63 F 290/17 im Rahmen des sorgerechtlichen Kinderschutzes über den Umgang von Kindern mit elektronischen Telekommunikationsmitteln, hier konkret mit Computer- bzw. Konsolenspielen, entschieden.

Es hat den Eltern von Amts wegen gemäß § 1666 Abs. 1 BGB eine Auflage erteilt (1671 Abs. 4 BGB). Danach haben die Eltern fortwährend sicherzustellen, dass bei Überlassen einer Spiegelkonsole (hier: Playstation) an das minderjährige Kind für dieses daran keine Spiele zugänglich sind, die das Wohl des Kindes gefährden. Spieletitel, die gemäß § 14 Jugendschutzgesetz mit ,,keine Jugendfreigabe“ / „USK ab 18“ eingestuft worden sind, gefährden das geistige und seelische Wohl Minderjährigen. Solche Spiele dürfen dem Kind auch dann nicht überlassen werden, wenn diese auch von gleichaltrigen Freunden oder Klassenkameraden des Kindes gespielt werden und das Kind geltend macht, sonst zu einem Außenseiter in einer Gruppe zu werden.

Dem zuständigen Richter war im Rahmen der Kindesanhörung bekannt geworden, dass das Kind jugendgefährdende Medien bzw. Spiele nutzte. Aus diesem Grund hat das Amtsgericht Hersfeld die oben näher beschriebene Auflage erteilt.